Moratorium oder Kartell?

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Derzeit gab und gibt es zu viel Arbeit und Privates in meinem Leben, dass ich mich nicht dazu durchringen konnte etwas zu bloggen. Doch noch hält sich mein „Werbeaufwand“ stark in Grenzen und dieser Blog findet größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Also wird wohl niemand auf eine angekündigte Fortsetzung dieses Beitrages gewartet haben? Ich bin aber dran und werde dahingehend kommende Woche weitermachen.

Jetzt allerdings geht es nur um ein paar Gedanken zu einer Meldung von dem Nachrichtensender Euronews. Heute habe ich mich nämlich untypischerweise nicht mit meinem Morgenkaffee vor dem Computer gesetzt, sondern den Fernseher eingeschaltet. Zum Fernsehen sogar! Normalerweise konsumiere ich über meinem TV nur DVD´s oder Internetformate (beispielsweise Fernsehkritik TV). Jedenfalls hieß es in einer Meldung, dass Barcelona ein ein jähriges Moratorium für neue Hotelgründungen beschlossen hat. Um den Markt nicht zu „übersättigen“, so die offizielle Begründung laut Euronews.

Soso die Regierung sorgt also für die Sättigung des Marktes? In diesem Beispiel möchte sie es lieber verhindern. Natürlich sind die Überlegungen verständlich. Die Preise für Übernachtungen in Barcelona sind beständig am sinken und dies führt zu Problemen manch bestehender Hotelanlagen. Doch ist dies nicht genau die Logik, die es an allen Ecken innerhalb der freien Marktwirtschaft gibt? Führt das nicht dazu, dass zum einen Menschen die sich Übernachtungen in Barcelona nicht leisten konnten es jetzt können? Das diese in der Stadt an der einen oder anderen Stelle für Absatz / Nachfrage sorgen? Wenn der Preis jetzt aufgrund des Moratoriums wieder steigt, werden diese Lowcost-Touristen ausbleiben? Werden nicht andere Bereiche diesen Rückgang spüren? Eventuell Bereiche die jetzt erst gerade am entstehen sind, da immer mehr Lowcost-Touristen angelockt wurden?
Sicher bei einem Preiskampf unter Hotelanlagen, da denkt man wohl zuerst an Entlassungen der Schwächsten. Daran das große Hotelketten ihr Servicepersonal reduzieren werden. Doch gibt es wesentlich mehr Möglichkeiten kosten zu senken und es ist nicht gesagt, dass ebenso viele Servicestellen gestrichen wie neuentstehen würden. Natürlich wäre es bitter für eine Reinigungskraft, würde sie in einem hochpreisigen Hotel mit gutem Gehalt gekündigt und findet dann einen Job in einem günstigen Hotel mit schlechterem Gehalt. Doch ist es nicht denkbar, dass der Preiskampf weiterhin geführt wird? Auch ohne den Druck von Hotelneugründungen? Und was ist dann mit der Reinigungskraft? Gibt es dann noch eine andere Stelle?
Und was ist mit den Menschen, die sich dazu entschlossen haben ein Hotel aufzumachen? Konnte man dieses Moratorium absehen? Warum sollte man Menschen verbieten, ihren Keller zur Ferienwohnung oder eben zu einem Hotel umzugestalten? Man sollte nicht glauben, dieses Moratorium schade nur den großen Hotelketten. Ist es nicht viel eher so, dass der Entschluss es im Hotelgewerbe zu versuchen stärker von „normalen“ Mittelständer ausgeht? Was passiert mit denen die trotz des Moratoriums ein Hotel aufmachen? Sicher wird es wohl Bußgelder oder ähnliches geben. Und wenn man nicht zahlt? Geht die Stadt dann sogar soweit, Gebrauch von ihren Zwangs- und Vollstreckungsorganen zu machen? Kommt dann ein Mensch der ein Hotel eröffnen wollte in ein Gefängnis mit Mördern und Gewalttätern?
Mein stärkster Gedanke zu diesem Beschluss ist allerdings, dass sich der Staat / die Regierungsvertretung Barcelonas zum Kartellbeihelfer aufschwingt.
Denn nehmen wir doch mal an, die bestehenden Hotels Barcelonas schließen sich im Geheimen zusammen. Sie überlegen sich gemeinsam wie man die Zulieferer von Betten, Bettwäsche, Mobiliar, etc. dazu bringen kann nicht oder für einen höheren Preis an neue Hotels zu liefern. Weiter treibt man dieses Spiel mit Dienstleistern, wie Großreinigungen, Hausmeisterservice, IT-Dienstleister, etc. auch hier sollen über Schmiergelder oder ähnlichem, neue Hotels benachteiligt werden. Dann könnte man noch Absprachen treffen das bestehende Hotels, sobald sich in deren Dunstkreis ein neues aufmacht, den Markt zu betreten, die Preise (für Übernachtungen) radikal nach unten gekürzt werden. Sodas die neue Konkurrenz kaum eine Chance hat zu überleben. Die Verbindung der zusammengeschlossenen Hotels versuchen dann gemeinsam die Verluste der „Kampfpreise“ auszugleichen. Dieses Vorgehen würde man zweifelsfrei ein „Kartell“ nennen und es würde ähnlich wirken wie das Moratorium. Mit nur einem entscheidendem Unterschied: hier wirkt noch immer die Marktlogik! Es wäre betriebswirtschaftlich über einen längeren Zeitraum einfach kaum (durch)haltbar. Weiterhin gäbe es beständig die Gefahr, dass einer der Kartellbeteiligten so nicht mitzieht und das Kartell nur ausnutzt, um sich eine bessere Marktposition zu verschaffen (man denke da an Osram bei dem Leuchtmittelkartell von 1924). Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Kartell, aufgrund zu vieler Beteiligter irgendwann auffliegt. So sind letztlich alle Kartelle in der Vergangenheit gescheitert. Und genau darum ist es viel wirkungsvoller (für die Bigplayer) wenn es Lobbyverbände gibt, die solche Vorhaben über Gesetze und Verordnungen erreichen können.
Würde mich jedenfalls nicht wundern wenn sich herausstellt, dass dieses Moratorium vom Hotelgewerbe ins Spiel und auf dem Weg gebracht wurde.

Politik ist schon ein gefährliches Pflaster, richtig übel wird es allerdings, wenn es sich mit der Wirtschaft zusammentut.

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Buch-Rezension: „Bis zum letzten Atemzug“ von Susanne Kablitz

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Susanne Kablitz hat ein Buch geschrieben: „Bis zum letzten Atemzug“. Dies liegt schon einige Zeit zurück, genau wie meine Lektüre von eben diesem. Frau Kablitz gründete 2012 den Hayek-Club für Krefeld und den Niederrhein, bloggt regelmäßig auf susannekablitz.wordpress.com und freiraum-magazin.com. Außerdem ist Sie Gründungsvorsitzende des Instituts für klassischen Liberalismus e.V. und Innhaberin des Juwelen-Verlages. Sie ist nach eigener Aussage eng verbunden mit den Werten des klassischen Liberalismus und den „Österreichern“, allen voran: Roland Baader.

Nun aber zu dem Buch.
Es ist dick. 623 Seiten ohne Nachwort und Quellen. Zudem handelt es sich auch um ein recht großes Format, sodass die Seitenanzahl im Standardformat eine deutlich größere wäre. Zudem musste ich innerlich wirklich schmunzeln. Das Layout ist fast schon eine Hommage an „Der Streik“ von Ayn Rand. Zugegeben die Schrift wirkt nicht ganz so klein, aber auch hier wurde bis zum Rand durchgeschrieben (was die Seitenanzahl unter anderen Layoutformaten weiter erhöhen dürfte). Das ist ungünstig für eigene Notizen und es wirkt irgendwie unruhig beim lesen. Hinzu kommen die in meinen Augen manchmal fast willkürlichen Absätze. Manchmal sind Satzanfänge oder Teile im Text komplett großgeschrieben und erinnern weiterhin an „Der Streik“.
Ob die Autorin darauf großen Einfluss hatte, entzieht sich meines Wissens. Es handelt sich jedenfalls um ein Softcover, Druck und Herstellung lag bei BoD (Books on Demand).
Ich habe es jetzt selbst bereits zweimal getan und komme damit zum größten „Problem“ dieses Buches: der Vergleich mit Ayn Rand´s „Atlas Shrugged“ (die aktuelle dt. Version lautet „Der Streik“). Es fällt mir wirklich nicht leicht mit so viel Negativem anfangen zu müssen. Ich ziehe meinen Hut vor dem hier geschaffenen Werk, doch wäre es nicht meine Rezension, würde ich nicht auch auf Kritikpunkte eingehen. Der Vergleich mit „Atlas Shrugged“ verbietet sich allein dadurch, dass es sich hier weniger um einen Roman als viel eher um ein Sachbuch handelt. Ich meine mal gelesen zu haben die Frau Kablitz selbst nannte ihr Buch während der Schaffensphase einen „Soman“. Also eine Symbiose zwischen Sachbuch und Roman. Das passt wohl, doch ich las davon erst im Nachhinein und erwartete aufgrund von Kritiken bei Amazon und anderen Quellen eben einen Roman.
Als Roman bewertet ist mir die Familiengeschichte zu schwach. Es ist eben keine Dystopie wie bei Ayn Rand, da kann man übertriebene Dialoge eher mal hinnehmen. Hier allerdings wirken diese aufgesetzt und unglaubwürdig. Doch möchte ich auch nichts von der Handlung vorweg nehmen, daher mach ich das jetzt nicht an Beispielen fest. Es sei nur gesagt, dass einige Dialoge sich über Seiten ziehen können, aber eben leider nicht im Wechsel zwischen den Beteiligten. Meist hält eine Person einen Monolog über ein zwei Seiten und darauf gibt es dann manchmal ein zwei Seiten zurück. Sicher ab und an gibt es auch „normale“ Dialoge – doch die sind eher die Ausnahme und mäßig spannend.

Doch genug der Schelte, dieses Buch ist ansonsten ein wahnsinnig gutes Sammelsurium von Essays, Zitaten und Fakten unserer aktuellen Lage. Auch geschichtlich versucht der „Soman“ darüber aufzuklären warum der Liberalismus von so vielen politischen Strömungen instrumentalisiert wurde und wird. Es wird schön herausgestellt, dass der Liberalismus einfach der Todfeind von jedem sein muss der Politik „machen“ will. Der Liberalismus in poltischer Hinsicht kann die Macht und Herrschaft nur begrenzen, einfach weil er die Freiheit von jedermann in der bestmöglichen Weise achtet und schützt. Das dieser dabei leicht angegriffen werden kann, weil er eben auch die Rechte von Unternehmern genauso großschreibt wie die der „Besitzlosen“, wird ebenso gut erklärt. Gerade Einsteiger in die Thematik Wirtschaft, Freiheit, Politik und Philosophie finden hier ein so geballtes Werk, dass man es wärmstens empfehlen kann. Eingeschworene Austrians werden sicher auch ihre Freude mit diesem Buch haben. Ich hatte meine und bereue keine Minute des Lesens. Die Leser des Blogs von Frau Kablitz dürften bei der Lektüre ab und an ein Déjà-vu erfahren, es finden sich Teile mancher Essays und Blogs von ihr im „Soman“ wieder.

Eine abschließende Bewertung fällt mir schwer. Als Roman kann ich diesem Buch nur 3 Sterne vergeben, als Sachbuch durchaus zwischen 4 und 5. Bleib ich am besten einfach dazwischen und vergebe 4 Sterne.

Nichts Neues. Nichts Neues.

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Es braucht vermutlich wahrlich keinen weiteren Blog in diesem Neuland. Doch gibt es auch eine immer größere Fülle von Blogs und Medien denen auch ich etwas aktiv entgegenhalten möchte. Schreibern oder Videodemagogen die uns immer wieder die Schlechtigkeit des Systems oder unserer „westlichen Lebensweise“ vorhalten, sich dabei aber immer nur im (Doppel?)Denk um Kontrolle und Herrschaft bewegen. Nichts – rein Garnichts – kann sich zum „besseren“ entwickeln, wenn es eingefordert wird. Ob nun mit dem Versuch einer moralischen Überlegenheit oder der „Legitimation“ der Obrigkeit via Gesetze. Es führt nur weiter zur Entfremdung* unserer Gesellschaft. Es zeugt ganz klar von faschistischen Zügen, die gerade aus diesen Kreisen vehement abgestritten werden. Es gilt nahe zu der Grundsatz des Alten Testaments: Alle Menschen sind schuldig.
Wenn man die Welt tatsächlich zu einer besseren machen möchte, sollte man einfach damit anfangen und nicht andere dazu auffordern.

In der Überschrift befindet sich bereits eine Anspielung für Musikliebhaber.
„Die Nerven“ haben in einem Song mit sparsamen Text eine Analogie eingebaut, die in ihrer Schlichtheit dennoch schnörkellos die Realität aufzeigt: „Gib mir noch von deinem Geld!“ heißt es und auch: „Wir sind, so gut zu dir; So wie damals, im Westen; Suchen wir nach Gold, suchen wir nach Glück“ schlussendlich mündet es in: „So wie damals, die Kommunisten; Gib mir noch von deinem Geld!“.
Besser kann ich die Haltung der meisten Weltverbesserer nicht auf den Punkt bringen. Es geht grundsätzlich um die Verplanung und den Einsatz vom Geld der Anderen, natürlich in bester Absicht. Das Lied vergleicht offensichtlich die Kolonialisierung Amerikas und damit auch die unrechtmäßige Landnahme, in der Hoffnung auf Reichtum (Gold) und Glück, mit dem Gemeinwohlstreben kommunistischer Diktaturen.
Dazu möchte ich an dieser Stelle auch nicht groß weitere Worte verlieren. Einfach mal wirken lassen und darüber Nachdenken.
Ich werde demnächst auf Teile des Konsumvideos eingehen, wer also anzumerken hat, dass der Bezug fehle: Ist mir bewusst, kommt aber noch.
Ach und ans Ende dieses Eintrages setzte ich noch den kompletten Text von „Im Westen“

*Da beziehe ich mich auf Paul Goodman, jemanden der sich klar zu einem freiwilligen Leben in Armut bekannte grundsätzlich aber niemanden ein solches Leben aufzuzwingen versuchte.

Die Nerven – Im Westen

Wir sind wir sind
So gut zu dir (4x)
So wie damals
Im Westen (2x)
Suchen wir nach Gold
Suchen wir nach Glück (2x)
So wie damals
Die Kommunisten(4x)
Gib mir noch von deinem Geld (4x)
So wie damals
Im Westen
Suchen wir nach Gold
Suchen wir nach Glück
So wie damals
Die Kommunisten (2x)
Gib mir noch von deinem Geld!